Liebe Leser von direkt-verwandelt.de,
seit Beginn der abgelaufenen Saison versuchen wir für euch, spannende Geschichten rund um Fortuna aufzuschreiben, Spiele und Gegner zu analysieren und die Stimmung rund um unseren Lieblingsklub in Worte zu fassen. Euer Feedback zeigt uns, dass uns das gut gelingt und dass wir damit in eine Nische stoßen, die von den etablierten Medien in Düsseldorf schon lange nicht mehr ausreichend gefüllt wird. Natürlich machen wir das alles ehrenamtlich und gerade zum Ende der Saison hin litt die Quantität unter unseren eigenen zeitlichen Einschränkungen. Dennoch sind wir der Meinung, dass wir mit Interviews wie mit Markus Hirte, Jens Langeneke, Mannschaftsarzt Dr. Teuber oder auch mit Petr Rada eine schöne Ergänzung zu den typischen Drei-Fragen-drei-Antworten-Interviews in diversen Zeitungen gegeben haben, die meistens über den Gehalt von “Wie gefällt es Ihnen in Düsseldorf” – “Toll. Tolle Stadt, toller Verein, tolle Fans, alle haben mich toll aufgenommen” nicht hinauskommen. Damit wir solche Interviews und andere gute Geschichten bekommen, sind wir auch auf die Mithilfe der Kommunikationsabteilung von Fortuna Düsseldorf angewiesen. Das hat im Falle des Interviews mit Fortunas Mannschaftsarzt Alois Teuber auch gut funktioniert. Die Kommunikationsabteilung hat uns einen Interviewtermin verschafft und unseren Text relativ zeitnah abgenommen.
Von dieser Kommunikationsabteilung sind wir aber auch von Anfang an eher mit Argwohn als mit Begeisterung empfangen worden. Es war die Rede davon, dass man in Düsseldorf vor allem die Anliegen der “professionellen Medien” zu bedienen habe und sich Blogs und ähnliche Portale deshalb beispielsweise bei der Akkreditierung oder Interviewanfragen hintanzustellen haben. E-Mails blieben teilweise längere Zeit unbeantwortet, obwohl unser Anliegen ja durchaus ist, Fortuna Düsseldorf positiv zu begleiten und von Fans für Fans gute Inhalte zu liefern. Ende März gab es dann die Ansage seitens der Kommunikationsabteilung, in Zukunft nicht mehr mit uns zusammenarbeiten zu wollen. Wir werden in Zukunft keine Interviewanfragen mehr beantwortet bekommen und können damit auch nicht für euch über Fortuna spannende Geschichten liefern. Die Begründung ist erneut, dass Fortuna genug damit zu tun hätte, in der Medienstadt Düsseldorf (was immer genau das auch sein mag) den permanenten Ansprüchen der “professionellen Medien” gerecht zu werden. Dazu kämen sinngemäß zahllose Anfragen von Portalen wie direkt-verwandelt.de, die den Workload der PR-Abteilung von Fortuna einfach überfrachten würden, wenn man sie alle bearbeitet.
Angesichts der Tatsache, dass Fortuna zu diesem Zeitpunkt schon genug mit seinen sportlichen Problemen zu kämpfen hatte, haben wir diese Ansage so akzeptiert und hingenommen. Für uns war aber auch klar, dass wir unsere Leser spätestens nach Saisonende über diese Entscheidung in Kenntnis setzen wollen und auch unsere Meinung darüber kundtun möchten. Nikos Arbeit beim Sportsaal und auch unsere gemeinsame Arbeit bei direkt-verwandelt.de zeigt, dass es genügend Leser für Inhalte gibt, die abseits der Tageszeitungen und deren Online-Portale sowie den Düsseldorfer Radio- und TV-Angeboten liegen. Wir werden gelesen und haben uns bisweilen ein gutes Standing in der Fanszene von Fortuna erarbeitet. Wir erreichen mit unseren Beiträgen mehrere Tausend Leser – der bestgeklickte Artikel des Sportsaals nach der Relegation kommt auf fast 20.000 unique Visitors – das ist selbst für Sportartikel bekannter überregionaler Tageszeitungen ein nicht jede Woche erreichter Wert (für einen einzelnen Artikel). Wir können nicht verstehen, warum Fortuna Düsseldorf es nicht versteht, dass Blogs und Social Media inzwischen einen Stellenwert im Medienkonsum von Menschen haben (siehe bspw. auch die jetzt leider geschlossene “Rainersche Post“) und dass es längst Fans gibt, die keine RP, NRZ oder Express mehr in die Hand nehmen, sehr wohl aber gerne Blogs lesen. Fortuna Düsseldorf lässt hier Ressourcen verstreichen, die zur positiven Außendarstellung des Vereins mehr als brauchbar sind. Wir wollen sogar so weit gehen, zu sagen: gebraucht werden! Wer hat denn während der Veh-Geschichte im Februar 2012, nach dem Relegationsrückspiel und auch bezüglich der 11Freunde-Story über Nazis bei der Fortuna kommunikativ die Füße still gehalten? Und wer hat versucht, Fortuna zu verteidigen und eine Gegenöffentlichkeit zu all der Hetze zu schaffen?
Über eben jene Themen habe wir uns vor einigen Wochen auch in einem unserer Fortuna-Podcasts unterhalten. Dieser stand unter dem Thema “Haben wir Kommunikationsprobleme und wenn ja, wieviele?” und es wurde darüber diskutiert, wie das passive Verhalten des Vereins hinsichtlich der Vorwürfe (Veh/Bruchhagen/Hübner, Relegation, 11Freunde) zu bewerten ist. Der Verein, im speziellen die Kommunikationsabteilung, reagierte äußert gekränkt auf die geäußerte Kritik und warf uns unprofessionelles und hetzerisches Verhalten vor. Wir waren über die Reaktionen äußerst überrascht, denn schließlich ist der Podcast eine offene Plattform, auf der Fans die Möglichkeit haben sollen, ihre Meinung zu äußern. Genau so, wie dies beispielsweise auch im 95erForum stattfindet. Diese Reaktion hat bei uns den Anschein erweckt, dass man für Kritik nicht sonderlich empfänglich ist, zumal wir – als uns bewusst wurde, welch hohe Wellen der Podcast im Verein scheinbar geschlagen hat – um ein Interview mit der Kommunikationsabteilung gebeten haben. Dieses Interview sollte dazu dienen, auf die geäußerte Kritik zu reagieren und eine Erklärung für das vom Verein gewählte Vorgehen zu geben. Leider hat man unsere Anfrage mit Verweis auf den Podcast abgelehnt. Nichtsdestotrotz sind wir weiterhin an einer Klärung der Angelegenheit interessiert, denn noch immer fragen sich viele Fans, warum Fortuna auf die Vorwürfe (Frankfurt, Relegation, 11Freunde) erst sehr spät, bzw. gar nicht reagiert hat.
Wir wollen unseren Lesern natürlich am liebsten die Kritik an unserer Qualität überlassen, aber die Menge an Lesern und das Feedback zeigen uns: Wir sind zwei leidenschaftliche Fortunen, die dazu noch eine gescheite Ausbildung genossen haben und denen es gelingt, mit Artikeln wie “15 Jahre Unterhaus – wie Fortuna Düsseldorf eine eigene Identität bekam” oder ähnlichen Pamphleten die Stimmung rund um Fortuna einzufangen und aufzuschreiben, wie es gewissen Herren der professionellen Medien schon lange nicht mehr gelingt. Die Kommunikationsabteilung hat uns mitgeteilt, man habe besseres zu tun, als sich ständig mit direkt-verwandelt.de zu beschäftigen. Dies bezieht sich vermutlich auf die horrend hohe Zahl von etwa 15-20 Emails, die wir in dieser Saison bislang an die Fortuna-PR geschickt haben – wovon etwa ein Viertel dafür draufgingen, dass wir nach einigen Tagen oder Wochen daran erinnern wollten, dass wir noch keine Antwort auf unsere Email bekommen haben. Wir sind traurig darüber, wie Fortuna Düsseldorf mit uns umgeht.
Wir würden für euch gerne weiter interessante Geschichten schreiben, können in Zukunft aber keine Geschichten aus dem Herz des Vereins mehr liefern, weil uns der Zugang dazu verwehrt wird. Wir wollen mit diesem Beitrag aufzeigen, dass unser Verein aktuell scheinbar kein Interesse an einer solchen alternativen Berichterstattung hat. Gesprächen mit anderen Fans und Journalisten festigen diesen Eindruck zusätzlich. Das bedauern wir nicht nur sehr, sondern hoffen auch, dass sich das in Zukunft wieder ändern wird und Fortuna der “Verein zum anfassen” bleibt, als den wir ihn kennen und lieben gelernt haben. Unsere Aktivitäten auf direkt-verwandelt.de werden wir – auch aus diesem Grund – bis auf weiteres erstmal einstellen. Danke für euer Interesse und all die positiven Kritiken!
95olé, Jens Wangenheim und Niko Hinz – euer direkt-verwandelt.de-Team